Wohnen 2018

Wohnen 2018: Die neuesten Einrichtungstrends

Anfang des Jahres stellt die Einrichtungsbranche die aktuellen Trends vor, unter anderem auf der imm cologne, der größten Möbelmesse der Welt. Im Zuhause der Zukunft wollen wir vor allem eines: zur Ruhe kommen.

Helles Holz, klare Linien, leichte Formen: Das Mobiliar wird wieder schlichter. Dabei müssen Minimalismus und Wohnlichkeit kein Widerspruch sein – auf die Kombination kommt es an. Milde und helle Farben sowie Naturmaterialien wie Holz und griffige Textilien sollen helfen, in einem ohnehin schon überfrachteten, mit zahlreichen und allem voran digitalen Reizen überfluteten Alltag zur Ruhe zu kommen. „Es geht um Klarheit, Ordnung, Einfachheit“, erläutert Markus Majerus, Pressesprecher der imm cologne, zu der im Januar 2018 rund 125.000 Besucher nach Köln kamen, um sich über die Trends und Neuheiten der Branche zu informieren. „Der neue Stil ist schlicht und arbeitet mit minimalistischen Formen, ohne kühl zu sein, und ist dekorativ, ohne sich im Detail zu verlieren. Diese ausgewogene moderne Mischung braucht den richtigen Rahmen. Ideal sind Möbel, die mit der Architektur eine Linie bilden und nicht so sehr als Volumen hervorspringen. Sie bringen optische Ruhe in eine Wohnung.“

Glanz und Glamour

Glanz und Glamour Das heißt natürlich nicht, dass in so einem reduzierten Ambiente nichts auffallen darf. Ausgesuchte Einzelstücke und in Szene gesetzte Objekte wie etwa ein besonders schöner Schrank, ein beleuchtetes Bild, ein auffälliger Sessel oder eine skulpturale Leuchte kommen in einer schlichten Grundeinrichtung besonders zur Geltung.

Deswegen darf es bei Farbe und Material ruhig glamourös zugehen, um einzelne Akzente zu setzen. Samt – lange Zeit als anrüchig und verstaubt verpönt – erlebt bei Polstermöbeln und Textilaccessoires eine Renaissance. Zu den klassischen dunklen Rot-, Blau- und Grüntönen, die ein guter alter Bekannter des flaumigen Stoffs sind, gesellen sich jetzt zarte Pastelltöne. Ein Samt-Sessel in Rosé? Alle möglich und sicher ein Hingucker! Dabei kommen auch gerne Mischgewebe, beispielsweise aus Samt und Cord oder Mohair zum Einsatz.

Dass Gold und Silber als Farben für Textilien und Metall auf dem Vormarsch sind, lässt sich schon seit einigen Jahren beobachten. Jetzt kommen Messing und Kupfer dazu. Gerade Letzteres setzt derzeit häufig als „Rosé-Gold“ bezeichnet einen neuen Trend, der über Couchtische, Leuchten, Textilien und Accessoires wie Vasen, Spiegel und Bilderrahmen längst auch das Design von Schmuck und Elektronik beeinflusst.

Atmosphäre durch Licht

Atmosphäre durch Licht Immer wichtiger für die Gemütlichkeit zu Hause wird gutes Licht. Die inzwischen kostengünstige LED-Technik findet sich in der gläsernen Vitrine, hinterm Regal oder unter den Oberschränken der Küche und schafft eine wohnliche Atmosphäre. Der neueste Clou sind kleine, kabellose LED-Leuchten, die mit langlebigen Akkus immer dort zum Einsatz kommen, wo sie gerade gebraucht werden – ganz so, wie man früher die Kerze oder Öllampe mit sich durch die Wohnung getragen hat. Hier wird der LED-Trend ganz flexibel umgesetzt. Auf der anderen Seite setzen sich gerade bei Neubauten oder aufwendigen Renovierungen fest eingebaute Beleuchtungslösungen durch. Da wird zum Beispiel das Licht zum Arbeiten in der Küche hinter der transparenten Küchenrückwand aus Glas integriert. Der Kleiderschrank hat längst genug Leuchten eingebaut, um all seine Schätze jederzeit ins rechte Licht zu rücken. Selbst LED im Boden, wie man es von Restaurants oder Museen kennt, sind keine Unmöglichkeit mehr.

Ob klar oder kuschelig: Der persönliche Geschmack gibt bei der Einrichtung weiterhin den Ton an. Deshalb entscheidet natürlich jeder selbst, wie viel und wo er Klarheit und optische Ruhe braucht. Manche lassen auf ihren bunten Lieblingsplatz im Wohnzimmer nichts kommen, brauchen aber im Bad puristisches Design. Andere halten den Wohnbereich minimalistisch und äußerst aufgeräumt, wollen sich aber von der Landhausküche mit allerlei dekorativem Schnickschnack nicht trennen. Das müssen sie auch nicht! Denn Wohlfühlen lautet die Devise; und Individualität ist und bleibt der Trend aller Trends.