Pflegetipps

WICHTIGE REINIGUNGS- UND PFLEGEANWEISUNGEN

UNTERSCHIEDLICHE MATERIALIEN UNTERSCHIEDLICH REINIGEN!nach oben

Eine allgemeine Reinigung ist meist leichter als man denkt. Sie muss nur schnellstmöglich und vorschriftsmäßig vorgenommen werden. Die Fleckenunterteilung richtet sich im Groben nach: fetthaltige (säurehaltige) Flecken oder eiweißhaltige Flecken. Bei schwierigen Verunreinigungen oder Schäden helfen spezielle Kundendienste oder ein Polsterservice. Im Zweifelsfall fragen Sie schnellstmöglich unseren Kundendienst oder im Verkaufshaus nach. Legen Sie dazu bitte den Kaufvertrag bereit. Wir werden uns bemühen, Ihnen weiter zu helfen.

NACHSTEHEND EINE ALLGEMEINE REINIGUNGSEMPFEHLUNG:nach oben

Flecken und Verschmutzungen bitte sofort entfernen. Für die meisten Stoffe, Microfasern, Kunstleder und Glattleder gilt Folgendes:

  Lose Krümel oder Flusen vorsichtig abbürsten oder mit der Polsterdüse auf der niedrigsten Leistungsstufe ab- saugen.

  Fetthaltige und säurehaltige Ver- schmutzungen mit lauwarmem, de- stilliertem Wasser (wegen evtl. Kalkrückstände im Wasser) groß- flächig, von Naht zu Naht, mit einem feuchten, sauberen Tuch, z. B. Geschirr- tuch oder einem sauberen Schwamm, reinigen.

  Für eiweißhaltige Flecken (z. B. Blut oder Urin) muss eiskaltes Wasser verwendet werden. Keine Angst vor Wasser, zur Fleckentfernung ist Feuchtigkeit notwendig.

  Für etwas ältere oder eingetrocknete Flecken, auch Tabakrauchablagerungen, brauchen Sie in der Regel Seife, sie muss parfüm-, öl- und alkalifrei und PH-neutral sein. Die Seife oder den Schaum verdünnt auf den Fleck geben, ebenfalls großflächig von außen nach innen reinigen. Da- nach mit einem sauberen Tuch und klarem, destilliertem Wasser nach- wischen, damit evtl. Seifenrückstände weitgehend entfernt werden können. Möglichst viel von der Oberflächenfeuchtigkeit mit einem trockenen Tuch abtupfen (nicht reiben) und bei normaler Zimmertemperatur trocknen lassen. Auf keinen Fall mit dem Fön arbeiten, das Material könnte hart oder be- schädigt werden. Im feuchten bzw. nassen Zustand das Leder oder den Stoff nicht benutzen, sonst gibt es Dehnungen, Mulden oder Falten, die meist nicht mehr zu entfernen sind. Am besten die Garnitur über Nacht stehen lassen (Betten und Matratzen tagsüber bei guter Belüftung). Wurde nass gereinigt, mindestens 1-2 Tage abtrocknen lassen. Durch den Reinigungsvorgang haben Sie auch natürliche Substanzen und Imprägnierungen aus dem Bezugsmaterial entfernt. Besorgen Sie sich deshalb die geeigneten Pflege- und Imprägnierungsmittel, die Ihre Materialien wieder gut schützen.

…damit erkenne ich Qualität!

DIE BESEITIGUNG VON SCHWIERIGEN FLECKENnach oben

Weinflecken Blut, Kaugummi, Kugelschreiber etc. sollten Sie nach Möglichkeit von Fachleuten entfernen oder sich dazu beraten lassen.
Wir empfehlen z. B. LCK- oder vergleichbare Produkte für Leder, Stoffe, Holz, Naturstein usw..

Bitte im Internet informieren unter www.lederpflege.de oder Unterlagen per E-mail anfordern: info@lederpflege.de

AUF KEINEN FALL DÜRFEN POLSTERMÖBEL UND BEZUGS- MATERIALIEN ALLER ART MIT DAMPFREINIGERN BEHANDELT WERDEN!nach oben

Für das äußere Erscheinungsbild der Polstermöbel ist wichtig, dass die verschiedenen Sitzteile gleichmäßig genutzt werden. Diese Empfehlung kommt auch vom Ratgeber Möbel der Stiftung Warentest. Werden immer wieder nur die „Lieblingsplätze“ benutzt, kommt es zwangsläufig zu deutlich sichtbaren Veränderungen.

Kaffee Die so genannten „Feinde“ bei Polster- möbeln sind allgemein bekannt. Das sind die direkte Licht- und Sonneneinstrahlung, nicht farbechte Textilien (z. B. Blue Jeans, T-Shirts), Tierkrallen, Klettbänder an Kleidungsstücken und säurehaltige Flecken (z. B. Fruchtsäfte, alkoholische Flüssigkeiten), sowie klebrige Süßigkeiten oder Speisereste.

Dazu kommen bei allen Textilien Schweiß, Fett, Kosmetika, Tabakrauchablagerungen und die Ausdünstungen von Personen, die regelmäßig Medikamente einnehmen. Solche „säurehaltigen“ Substanzen oder abfärbende Textilien hinterlassen bereits nach kurzer Zeit ihre Spuren. Das gilt vor allem für helle und einfarbige Oberflächen. Je nach Haushalt und Benutzungsgrad sollte ein Kompromiss gefunden werden zwischen Gebrauchsnutzen (Strapazier- und Gebrauchsfähigkeit, Lebensdauer) sowie Geltungsnutzen (Eleganz, Marke, Schönheit, Mode).

Abfärbungen (nicht farbechte Textilien)nach oben

Auf hellen oder einfarbigen Bezugs- materialien können leicht „nicht farb- echte“ Textilien, z. B. Blue Jeans, T -Shirt oder Ähnliches abfärben, be- sonders bei kräftigen Farben. Das lässt sich bei den meisten Stoffen nicht entfernen, bei gedeckten Ledern nur im Anfangsstadium. Dabei liegt kein berechtigter Beanstandungsgrund am Möbel vor, denn der Verursacher sind externe, nicht farbechte Materialien, z. B. Jeans.

AUFMASS, AUFSTELLEN UND AUSRICHTENnach oben

Auch Polstermöbel und vor allem Betten/ Polsterbetten müssen gut geplant und gerade ausgerichtet aufgestellt werden, da es sonst zu Folgeschäden kommen kann. Böden sind nicht gerade und bei Wänden muss mindestens 10 cm Abstand von den Wänden gewahrt werden, sonst sind Feuchtigkeits- schäden, unangenehmer Geruch usw. nicht zu vermeiden. Bei Fußbodenheizung ist auf aus- reichende Luftzirkulation zu achten.

Hinweis: Die Verantwortung, dass die Möbel auch tatsächlich ins Haus und in die Wohnung passen, trägt der Käufer! Das gleiche gilt für den Schutz Ihres individuellen Fußboden- belages, der Hersteller liefert hier sei- nen Serienstandard. Lassen Sie sich bitte über Maße etc. beraten. (Siehe auch Neubauten, Installation, Heizung, Raumklima).

Belastbarkeitennach oben

Die Belastbarkeit von Armlehnen, Funktionsteilen, Fußstützen usw. ist nur begrenzt, meist liegt sie etwa zwi- schen 20 und maximal 35 kg. Sie sind deshalb keinesfalls zum Sitzen mit dem vollen Körpergewicht geeignet. (Für schwergewichtige Personen bieten einige Hersteller gegen Auf- preis verstärkte Unterpolsterung und Sitzaufbauten an.) Fragen Sie Ihre Einrichtungsberater.

…damit erkenne ich Qualität!

BESTIMMUNGSGEMÄSSE VERWENDUNGnach oben

Stellen Sie sicher, dass Ihre Möbel nur für den allgemeinen Wohnbereich ver- wendet werden. Sie eignen sich nicht für den Objekt- und Außenbereich. Die nachfolgenden Hinweise sind unbedingt zu beachten! Für Schäden, die durch Nichtbeachtung entstehen, kann keine Garantie/Gewährleistung übernommen werden.

BETTEN ALLGEMEINnach oben

Bettanlagen müssen waagerecht ausgerichtet sein und gerade ste- hen, sonst kann es zu Folgeschäden kommen. Bei schwergewichtigen Personen empfehlen sich zusätzliche Stützfüße unter dem Rahmen. Ein Bettkasten darf grundsätzlich nicht überladen werden, damit die notwendige Luft- zirkulation stattfinden kann. Verän- derungen, z. B. der Stützfußposition in Bettanlagen, können zu störenden Knarrgeräuschen oder Folgeschäden führen. Die Beschlagverbindungen zwischen Kopf-, Fuß- und Seiten- teilen sollten fest angezogen und die Stützfüße der Mitteltragebalken oder Querträger exakt ausgerichtet bleiben.

DRUCKSTELLENnach oben

Druckstellen bei Möbel- oder Ein- richtungsgegenständen können sich sehr schnell und unterschied- lich ergeben. Bei Teppichen oder Velours-Stoffen ergibt sich daraus eine Florverlagerung, ein Sitzspie- gel, Gebrauchslüster oder einfach eine Druckstelle, z. B. durch ein Stuhl- oder Tischbein, das sich mehr oder weniger deutlich und je nach Lichteinfall und Betrachtungswinkel abzeichnet. Das sind „warentypische Eigenschaften“. Entstehen Druckstel- len durch äußere Einwirkungen an Möbeln im Gebrauch, z. B. am Sockel eines Massivholzschrankes durch An- stoßen mit dem Staubsauger, spricht man von „Gebrauchseigenschaften“ oder Gebrauchsspuren.

ELEKTROSTATISCHE AUFLADUNGnach oben

Diese unangenehmen elektrostatischen Aufladungen sind nur selten ein Mate- rialfehler. Ursache ist fast immer zu trockene Luft, vorwiegend in den Wintermonaten, und das Zusammen- wirken (Reibung) von synthetischen Oberflächen oder Textilien. Hier hilft feuchtes Abwischen der Polstermöbel und das Befeuchten oder die Feucht- reinigung des Fußbodenbelages. Für empfindliche Personen helfen auch natürliche Pflanzen oder ein Luft- befeuchter.

EMPFINDLICHKEITENnach oben

Es ist allgemein bekannt, dass helle und einfarbige Bezüge generell emp- findlicher sind als z. B. dunkle oder gemusterte Bezüge, trotz eventueller Fleckschutzimprägnierungen. Das gilt auch für natur belassene Produkte.

FALTENBILDUNGnach oben

(Siehe Wellen- und Muldenbildung)

FARBABWEICHUNGEN (FARB- UND STRUKTURUNTERSCHIEDE)nach oben

Kleine Farbtoleranzen am Produkt, zwischen Ausstellungsware und Lieferung, nach Musterpaletten oder bei Nachbestellungen, sind durch die industrielle Fertigungstoleranz nicht zu vermeiden. Das gilt insbesondere für Leder, Natur- und Microfasern oder Holz. Besonders bei Nachbestellungen empfiehlt sich eine Abstimmung nach Mustervorlage.

FARBMIGRATIONnach oben

Bei hellen Stoff- oder Lederbezügen kann es in der Kombination mit dunklen oder intensiven Farbtönen, vorwiegend bei Dunkelrot, Blau, Schwarz etc. zu einer Farbmigration (Abfärbung oder Farbwanderung) kommen. Auch die Bekleidungsindustrie kennt dieses Phänomen. Bei Veloursledern oder Microfasern können das auch leichte Schleifstaubrückstände sein. Hier hilft gleich am Anfang vorsichtiges Absaugen oder feuchtes Abwischen (bei Textilien Waschen). Leichte Farb- veränderungen sind warentypisch.

FUNKTIONS- UND VERWAND- LUNGSMÖBEL (BETT- ODER SCHLAF- SOFAS)nach oben

Möbel mit Funktion, z. B. Relaxliegen, Ruhe- oder TV-Sessel oder bei Polster- möbeln verstellbare Arm- oder Rücken- teile sind laut Stiftung Warentest auch immer „Kompromissmöbel“. Ein so genanntes Schlafsofa ist kein vollwertiges Bett, sondern eine Gäste- oder Gelegenheitsschlafstätte. Eine sorgfältige Handhabung nach Herstellerangaben ist dabei unbedingt zu beachten, genauso wie die sach- gerechte und nicht zweckentfremdete Nutzung. Diese Funktionsstücke sind konstruiert als Arm-, Fuß- oder Kopfteile etc. und sind nicht als Sitzfläche zu be- nutzen. Funktionsteile benötigen einen gewissen Spielraum, deshalb sind Maß- oder optische Abweichungen zu fest gepolsterten Teilen nicht zu vermeiden.

FÜSSE UND FUSSBODENSCHUTZnach oben

Für den Schutz seiner individuellen Fußbodenbeläge ist der Käufer ver- antwortlich. Die industrielle Fertigung sieht jeweils ihren modellbezogenen Standard vor. Um ihn vor Kratzern oder Druckstellen zu schützen, sollten Sie darauf achten, dass unter den Standard-Varianten des Herstellers evtl. nochmals gesonderte Unterlagen angebracht werden. Fragen Sie Ihren Wohnberater nach Schutzunterlagen (Aufkleber, Filz u.ä.).

GEBRAUCHSLÜSTER/ SITZSPIEGELnach oben

Dieser Effekt entsteht bei allen Velours- oder veloursähnlichen Oberflächen, wie Teppichböden oder Textilien. Je höher der Flor aufsteht (kuschelig, weich), desto flacher legt er sich durch Körperdruck, Wärme und Sitz- gewohnheiten. Je nach Lichteinfall oder Betrachtungswinkel changiert er dann im hell/dunkel bzw. matt/glänzend Effekt. Das ist kein Materialmangel, sondern eine warentypische Eigen- schaft. Es hat auf Gebrauch, Nutzen, Funktion oder Lebensdauer des Bezuges keinen Einfluss.

GELTUNGSNUTZENnach oben

Eleganz, Marke, Schönheit, Mode.

GEBRAUCHSNUTZENnach oben

Strapazier- und Gebrauchsfähigkeit, Lebensdauer.

GERÄUSCHBILDUNG/KNARRENnach oben

Siehe Aufmass, Aufstellen, Ausrichten.

GERUCHnach oben

Neue Produkte riechen anfänglich, das ist allgemein bekannt. Hier hilft am besten häufiges Lüften oder feuchtes Abwischen mit einem verdünnten Reinigungsmittel (keine säurehal- tigen Inhaltsstoffe) oder im Handel erhältlichen Geruchsneutralisierer und anschließendem trocken reiben. Bestimmte Produkte wie Leder, Mas- sivholz, z. B. ein Schrank, behalten immer einen gewissen Eigengeruch. Trotzdem kann es vorkommen, dass z. B. bei neuen Möbeln ein störender Geruch auftritt. Hier sind in den Prüf- bestimmungen nach RAL GZ 430 die Toleranzen und Grenzwerte exakt festgelegt. Sind diese eingehalten, handelt es sich in der Regel um „warentypische Eigenschaften“ für bestimmte Materialien (siehe Schad- stoffe). Sind die Werte überschritten, sollte dies beanstandet werden.

Haustierenach oben

Hier ist einfach Vorsicht geboten. Mit Haustieren ist es wie mit allen liebge- wonnen Wesen oder Gegenständen, es ist Toleranz und Verständnis not- wendig. Haustiere können nicht 24 Stunden am Tag beaufsichtigt wer- den. Sie sollten aber wissen, es ist hier wie mit unseren Kindern. Die Auf- sichtspflicht obliegt den Tierhaltern, Eltern oder Haus- und Wohnungsbe- sitzern, das sagt schon der allgemeine Wissensstand. Nutzen Sie die vielfäl- tigen Hinweise und Informationen aus Fachzeitschriften und den Medien, (z. B. Stiftung Warentest „Möbelkauf“, „Ein Herz für Tiere“ usw.) Fest steht, Krallen- und Schnabeltiere können ganz erhebliche und vielfach irrepa- rable Schäden anrichten. Tierhaare, besonders Katzenhaare, lassen sich aus Textilien nur schwer entfernen. Katzen, Hunde etc. sind Freigänger und bringen zwangsläufig alles Mög- liche mit in die Wohnung. Allein schon zum Schutz von Kleinkindern sollte deshalb keinesfalls ein direkter Kon- takt zwischen Tier und Bezugsmate- rial von Möbeln stattfinden. Schützen Sie deshalb vorsorglich Ihre Möbel durch zusätzliche, geeig- nete Materialien (Auflagen, Decken, etc., die waschbar oder reinigungs- fähig sind) und durch Ihre übliche Aufsichts- und Sorgfaltspflicht. An- sonsten sollten Sie es dann mit den dadurch entstehenden Gebrauchs- spuren nicht so ernst nehmen und sich an Ihren Haustieren freuen.

Heizungnach oben

Siehe Luftfeuchtigkeit, Raumklima

HUSSEN/ABNEHMBARE BEZÜGEnach oben

Bei Möbelbezügen, die abgenom- men werden können, müssen einige besondere Dinge beachtet werden. Hier ist unbedingt auf die Stoffzusam- mensetzung und die Hinweise zur Reinigung zu achten. Sind sie chemisch reinigungsfähig? Sind sie waschbar und wie? Meist nur höchstens bis 30°C. Sie können leicht etwas eingehen und sind bei Falschbehandlung nicht oder nur sehr schwer aufziehbar.

…damit erkenne ich Qualität!

KINDER-MÖBELnach oben

Hier empfehlen wir Ihnen ganz besonders auf Qualität, Gesundheit und Hygiene zu achten. Gütezeichen wie das Goldene M, der blaue Engel und die wichtigen Informationen der Stiftung Warentest geben Ihnen die notwendige Sicher- heit. Lassen Sie sich gut beraten und denken Sie daran, auch hier hat die Qualität ihren Preis.

KOPFTEILE/ BETTKOPFTEILEnach oben

Dabei handelt es sich grundsätzlich nicht um Funktionsteile (Produktin- formation des Herstellers beachten). Diese Kopfteile sind meist design- orientiert entwickelt und deshalb nur sehr begrenzt belastbar. Bitte deshalb nicht mit einer üblichen Funktion einer Rückenlehne gleich- setzen.

KUNSTLEDER (LEDERIMITATE)nach oben

Da hier die Vielfalt und die Qualitäts- unterschiede sehr groß sind, empfeh- len wir Ihnen eine fachliche Beratung und die Herstellerinformation. Kunst- leder sind häufig empfindlich gegen Cremes, Pflegelotionen, alkoholische oder säurehaltige Substanzen usw., da sie durch diese einen Weichma- cherverlust erleiden können. Die mei- sten sind relativ günstig, jedoch nicht besonders strapazierfähig oder lang- lebig.

LEGERE/SALOPPE POLSTERUNGnach oben

Wie eine Wellen-, Mulden- oder Falten- bildung beurteilt wird und wie mit den Toleranzen umzugehen ist, findet sich in den Güte- und Prüfbestimmungen RAL GZ 430/4 der Deutschen Güte- gemeinschaft Möbel e.V.. Weicher, vorspannungsloser Polsteraufbau, bei dem eine Modell- oder design- bedingte Faltenbildung der Bezüge warentypisch ist. Wellen-, Mulden- oder Faltenbildung im Gebrauch sind je nach Nutzungsintensität nicht zu vermeiden. Um eine gleichmäßige Optik zu erreichen, empfiehlt die Stif- tung Warentest nicht nur den „Lieb- lingsplatz“ zu benutzen, sondern regelmäßig alle Polsterteile. Lose Sitz- oder Rückenkissen müssen je nach Nutzungsintensität regelmäßig aufgeschüttelt, aufgeklopft und glatt gestrichen werden, sie haben den so- genannten Kopfkissen- oder Feder- betteffekt. Wird diese legere Optik als störend empfunden, sind „straff“ gepolsterte Sitz- und Liegemöbel eine gute Alternative (siehe Wellen- bildung).

LICHTECHTHEIT (LICHTEINWIRKUNG BEI MÖBELN)nach oben

Als Lichtechtheit bezeichnet man die Resistenz eines Materials gegenüber der Einwirkung von Licht (insbeson- dere Sonnenschein, Tageslicht,Halogen-Beleuchtung) und Ähnlichem. Eine absolute Lichtechtheit gibt es nicht, die Urgewalt der Sonne verän- dert jedes Material. Deshalb sind z. B. naturbelassene Produkte grundsätz- lich mehr vor Sonnenlicht (Jalousien, Vorhänge usw.) zu schützen als vergleichsweise die synthetischen Produkte. Die damit verbundenen Farbveränderungen haben keine Aus- wirkungen auf den Nutzen oder die Lebensdauer.

LUFTFEUCHTIGKEIT/HEIZUNG/ RAUMKLIMAnach oben

Das Raumklima, das für Menschen und Pflanzen am besten ist, sollte nach Medizin und Wissenschaft Jahres- durchschnittswerte von 45-55% rel. Luftfeuchtigkeit bei 18-23° Celsius auf- weisen. Kurzfristige Abweichungen von diesen Empfehlungswerten, z. B. in den Wintermonaten, schaden nicht. Längere Zeiträume mit zu extremen Werten sollten jedoch unbedingt vermie- den werden. Es empfiehlt sich deshalb, im Raum ein Thermometer und Hygro- meter anzubringen. Bei Polstermöbeln und Textilien, Teppichböden etc. kann es bei zu trockener Luft zu empfindlichen elektrostatischen Aufladungen kom- men (siehe elektrostatische Aufladung). Bei dauerhaft feuchten Wänden drohen Schimmelpilz und Materialschäden.

MATRATZENnach oben

(Siehe auch Betten und Wellenbildung) „Wie man sich bettet, so liegt und schläft man“ sagt ein altes Sprichwort. Deshalb sind diese Informationen für Ihr persönliches Wohlbefinden sehr nützlich. Etwa ein Drittel unseres Lebens ver- bringt der Mensch mit Schlafen, der „Tankstelle“ für unser Wohlbefinden und unser Immunsystem. Deshalb ist die Qualität der richtigen Matratze be- sonders wichtig. Dazu gehört natürlich auch der Bettrahmen, der passende Lattenrost und eine ange- nehme Bettwäsche.

Die gesamte Bettanlage und der Schlafraum sollten ganzheitlich und individuell auf den Menschen abge- stimmt sein. Dann muss jede Person für sich entscheiden und je nach Körpergröße, Gewicht, Schlafverhal- ten (z. B. Seiten- oder Rückenschlä- fer) und Beeinträchtigungen (z. B. Hohlkreuz oder Rückenschmerzen) die einzelnen Materialien auswählen.
Wer leicht oder viel schwitzt, muss auf gute Feuchtigkeitsregulierung achten. Vor allem in den Sommermonaten kann der Mensch über Nacht 1 bis 2 Liter Flüssigkeit abgeben. Auch sonst müssen Matratzen aus Qualitäts- und Hygiene-Gründen regelmäßig gewen- det und gelüftet werden und spätstens nach 7 bis 10 Jahren erneuert werden (Empfehlung von Stiftung Warentest).
Zum gesunden Schlaf gehört, dass der Schlafplatz nicht zu warm ist (eher kühl) und ausreichend Sauerstoff vor- handen ist. Das gilt im Prinzip auch für Wasserbetten oder Box-Spring Bettanlagen, wobei hier unbedingt die Herstellerangaben zu beachten sind.

MICROFASERTÜCHERnach oben

Hier hält die Werbung leider nicht immer was sie verspricht. Nicht alles was für Chrom, Edelstahl, Metall, Spiegel und Glas angeboten wird, ist auch gut für Möbel. Deshalb sagen wir vorsichts- halber und aus den Erfahrungen der letzten Zeit heraus, keine Microfaser- tücher für Möbel- und Küchenober- flächen, Polstermöbelbezüge, z. B. Leder, Kunstleder oder Stoffe aller Art. Weiche, saubere Tücher, z. B. Geschirrtücher oder Fensterleder sind dafür umso besser ge- eignet, vor allem in Verbindung mit den richtigen Reinigungsmitteln. Im Bedarfsfall fragen Sie die Fachleute.

Neubautennach oben

Siehe Allgemein, Luftfeuchtigkeit/Raum- klima, Installation und Aufmass, Auf- stellen, Ausrichten

OBJEKTEINRICHTUNGENnach oben

Siehe Bestimmungsgemäße Verwendung.

PFLEGEHINWEISEnach oben

Grundsätzlich sind immer die Her- stellerhinweise zu beachten. Siehe auch allgemeine Reinigungs- und Pflegean- leitung.

PILLINGBILDUNGnach oben

Überwiegend bei Flach- oder Mischge- weben kann es anfänglich zu Pilling-/ Knötchenbildung kommen. Sie entsteht meist durch Reibung von Fremdtexti- lien, mit denen der Benutzer auf dem Polstermöbel sitzt. Es handelt sich um Fremdpilling und das ist eine waren- typische Eigenschaft, kein Material- fehler. Dafür gibt es spezielle Fussel- rasierer, mit denen nach Hersteller- anleitung die Pills problemlos entfernt werden können, ohne dass der Bezugs- stoff Schaden nimmt.

PLANUNGSWARE UND LIEFE- RUNG FREI HAUS (SIEHE SELBST- MONTAGE UND AUFMASS)nach oben

Hier ist unbedingt zu beachten: Korrekte Bedarfsermittlung und Aufmaß (inkl. Tür-, Treppen und Gangbreiten, Aufzug, Stockwerk usw.) sind Voraus- setzungen für eine mangelfreie Mon- tage. Polstermöbel und Betten müssen präzise ausgerichtet sein, da es sonst zu Folgeschäden kommen kann. Dabei ist auch zu berücksichtigen, dass Böden und Wände nicht ganz gerade sind und deshalb bei der Montage angepasst oder angeglichen werden müssen. Bei kurzfristigen Änderungen in den Räumlichkeiten oder bei Fremdmontage sind diese Abweichungen dem Verkäufer und Monteur rechtzeitig mitzuteilen. Der Gang und der dementsprechende Raum müssen leer bzw. begehbar sein.

POLSTERBETTEN, -KISSEN, -FÜLLUNGEN, -STEPPUNGENnach oben

Legere Polsterung und lose oder gefüllte Kissen müssen regelmäßig und je nach Nutzungsintensität mehr oder weniger häufig glatt gestrichen und aufgeklopft/ geschüttelt werden. Bei Polsterkissen, Steppdecken, Steppmatten oder ge- steppten Vliesstoffen können sich die abgesteppten Inletts (Füllungen), meist in rechteckiger oder quadratischer Form, auf dem Bezugsstoff, Leder oder sonstigen Textilarten, abzeichnen. Das ist warentypisch.

POLSTERMÖBEL ALLGEMEINnach oben

Polstermöbel sind weich und verform- bar. Sie sollten nicht allein nach Schön- heit, sondern nach Ihren Bedürfnissen gekauft werden. Wir unterscheiden bei der Polsterung zwischen „straff“, d. h. weitgehend glatte Polsterung und „legerer“ bzw. „besonders legerer“ Polsterung. Bei den letzteren ist eine weiche, knautschige Verarbeitung kon- struktiv und Design bedingt gewollt. Hier zeigen sich schon im Neuzustand Wellen oder Fältchen im Bezugsmaterial. Diese verstärken sich im Gebrauch und sind eine warentypische Eigenschaft. Bitte die Produktinformationen des Herstellers beachten. Es wird vielfach unterschätzt, aber Polstermöbel wer- den lt. Stiftung Warentest täglich ca. 3 bis 5 Stunden benutzt, meist auf einem Lieblingsplatz. Polstermöbel müssen in der Waage und gerade stehen. Bei Unebenheiten des Fußbodens oder durch Teppiche muss ausgeglichen bzw. unterlegt werden.

RAUMKLIMAnach oben

Siehe Luftfeuchtigkeit, Neubauten etc.

REIBECHTHEITnach oben

Die meisten Bezugsmaterialien haben heute gute Reibechtheitswerte. Nur sehr dunkle oder intensive Farbtöne geben im Anfangsstadium manchmal etwas Farbe ab. Leichte Abfärbungen liegen im Toleranzbereich. Abhilfe schafft dann meistens eine Reinigung mit destilliertem Wasser und Natur-/ Neutralseife.

REINIGUNGS- UND PFLEGE- HINWEISEnach oben

Siehe allgemeine Reinigungs- und Pflegehinweise und die jeweiligen Herstellerangaben.

SCHIMMELPILZ/STOCKFLECKENnach oben

Siehe Neubauten, Luftfeuchtigkeit etc.

…damit erkenne ich Qualität!

SICHERHEITSHINWEISE ALLGEMEINnach oben

Hier sind unter allen Umständen die Angaben der Hersteller, aber auch die Hinweise der Fachleute in der Montage zu beachten (siehe auch Aufmass, Aufstellen, Ausrichten).

SITZ- UND POLSTEREIGENSCHAFTENnach oben

Bitte benutzen Sie bei Polstermöbeln alle Teile gleichmäßig, nicht nur den so genannten „Lieblingsplatz“, damit sich bei legeren, modernen Möbeln die Optik durch Wellen- und Mulden- bildung gleichmäßg verändern kann. Achten Sie darauf, dass niemand auf den Polstermöbeln herumspringt und lassen Sie sich nicht hineinfallen. Wenn Sie die Polstermöbel versetzen, heben Sie unten am Korpus an. Setzen Sie sich nicht auf bewegliche Funktionsteile, Arm- oder Rücken- lehnen. Legere Möbel und lose oder gefüllte Kissen müssen regelmäßig und je nach Nutzungsintensität glatt gestrichen und aufgeklopft bzw. auf- geschüttelt werden.

SITZHÄRTE-UNTERSCHIEDEnach oben

Konstruktionsbedingte Sitzhärteunter- schiede sind durch die unterschied- lichen geometrischen Formen bei Polstermöbeln und durch industrielle Serienfertigung nicht zu vermeiden. Nur bei maß- und formgleichen Polsterteilen sind die Sitz- und Rückenhärten weitest- gehend einheitlich. Beim Schaumstoff kann es bereits im Neuzustand aus fer- tigungstechnischen Gründen zu Tole- ranzen kommen.

STATISCHE AUFLADUNGnach oben

Siehe Elektrostatische Aufladung

STOFFEnach oben

Die Auswahl an textilen Bezugsmaterialien ist so unglaublich groß geworden, dass hier bitte auf jeden Fall die individuellen Bedürfnisse, Haushaltsgröße und Art (Haustiere) sowie die unterschiedlichen Qualitäten und Produktinformationen der Hersteller beachtet werden müssen. Nehmen Sie sich bitte ausreichend Zeit für die Beratung und Produktinformation, der Bezug ist das Gesicht Ihres Polster- möbels.

STRAFFE POLSTERUNGnach oben

Im Sitzmöbelbereich wird bei Stilmöbeln, Stühlen und Bänken überwiegend straff gepolstert. Dabei wird der Bezug produktions- bedingt an den Polsterecken meist in Falten gelegt. Je nach Elastizität und Stärke des Bezugsmaterials erscheinen größere oder kleinere Falten, die keine Qualitätsmängel darstellen, sondern warentypische Abweichungen sind.

STELLPLATZnach oben

Polstermöbel müssen gerade und ausge- richtet aufgestellt werden. Schon kleine Höhenunterschiede durch schiefe Böden oder Unebenheiten (z. B. Teppiche), können nach Wochen oder Monaten zu Folgeschäden am Untergestell führen (z. B. Knarr- oder Quietschgeräusche).

TOLERANZENnach oben

Toleranzen bei Möbeln sind in der industriellen Serienproduktion fertigungs- technisch nicht zu vermeiden. Dabei han- delt es sich um Konfektionsware, die in großen Stückzahlen und meist in Lohn- akkord gefertigt wird. Das Gegenteil ist die Einzelfertigung im Handwerk. Liegen die Abweichungen (Toleranzen) bei Farben, Maßen und Strukturen innerhalb der nationalen und internationalen Norm (z. B. auch der RAL GZ 430/4) und im unerheblichen Bereich, liegt kein Sach- mangel vor. Es handelt sich dabei um „warentypische Eigenschaften“. Dies sind hinzunehmende Produktions- und fertigungstechnische Abweichungen, fast immer kleinere optische Ab- weichungen, die auf Gebrauch, Nutzen, Funktion, Sicherheit und die Lebens- dauer keinen Einfluss haben.

TRANSPORT/ SELBSTABHOLUNGnach oben

Hier werden Sie separat an den Kassen und an der Abholrampe oder im Lager mit unserer besonderen Abhol- Anweisung (siehe Anlage) informiert. Da es bei Selbstabholung, Transport und Eigenmontage häufig zu Feh- lern kommt, informieren wir Sie aus- führlich über die wichtigsten Punkte (siehe Selbstabholung).

WELLEN- UND MULDEN-BILDUNG (FALTENBILDUNG)nach oben

Siehe auch legere/saloppe Polsterung. Begriffbestimmung nach RAL GZ 430/4: „Eine Welle ist eine von der ursprüng- lichen Polsteroberfläche abweichende Verformung. Eine Falte eine „Welle mit Knick“. Die Messmethode und die Toleranzen sind in der RAL GZ 430/4 enthalten. Beim so genannten „Einsitzen“ verändert sich meist schon nach kurzem Gebrauch die Sitzhärte. Sie wird weicher in Abhängigkeit von Art, Dauer und Ge- wicht der Benutzer. Dies ist ein normaler Prozess, den jede Polsterung durchläuft. Um gleichmäßige Sitzhärten zu erzielen ist es wichtig, die Sitzposition oder den Lieblingsplatz regelmäßig zu wechseln. Sonst kann es zu einseitiger Wellen-, Mulden- oder Faltenbildung kommen. Richtlinie: Je weicher das Bezugsma- terial und je größer die verpolsterte Fläche, umso größer ist die Neigung zur Wellen- und Faltenbildung. Unter- stützt wird diese Entwicklung dadurch, dass Stoff und Leder sich unter Einfluss von Körpergewicht und Wärme mehr oder minder dehnen und sich dadurch „Wellen“ bilden. Diese optische Ver- änderung hat auf Gebrauch, Funktion oder Lebensdauer so gut wie keinen Einfluss und stellt keinen Sachmangel dar. Das Glattstreichen oder Aufklopfen der Bezüge und Kissen gehört zu den üb- lichen Sorgfaltspflichten. Liegt der Bezug nach relativ kurzer Nutzung als „Knick- falte“ übereinander, sind Folgeschäden für das Bezugsmaterial zu erwarten und es ist Handlungsbedarf, z. B. in Form einer fachmännischen Nachbesserung, zu empfehlen. Speziell zu diesem Thema nimmt - für den Verbraucher verständlich - die Stiftung Warentest in der Sonder- broschüre „Möbelkauf“ Ausgabe 2009 Stellung.