Mein Zuhause

Verborgene Stärken

"Als liebstes Möbelstück der Deutschen muss das Sofa so einiges aushalten. Umso wichtiger ist es, sich für den Möbelkauf Zeit zu nehmen und auf Qualität zu achten. Mein Zuhause zeigt, welche inneren Werte Couch und Co. haben sollten."

Babys lernen das Sitzen schon im Alter von nur ein paar Monaten. Damit beherrschen die Kleinen schon früh eine der Grundfertigkeiten ihres späteren Lebens: Gut 14 Stunden pro Tag verbringt der erwachsene Durchschnittsdeutsche nach Angaben der Bundesregierung im Sitzen – einen großen Teil davon im Büro.

Aber auch die Freizeit wird häufig im Sitzen verbracht. Bequemstes Möbelstück dafür: das Sofa. Keine Frage, es ist bis heute einer der Lieblingsplätze der Deutschen und wird es auch in Zukunft bleiben. Denn das Sofa ist nicht nur zum Sitzen da; es muss auch zum Fernsehen, Reden, Essen und Relaxen taugen. Ein vielseitiges Möbelstück, das im Alltag einigen Belastungen standhalten muss: unserem Körpergewicht oder scheuernder Kleidung, um nur zwei harmlose Beispiele zu nennen. Wie gut ein Sofa auf Dauer wirklich ist, erkennt man leider nicht auf den ersten Blick, das macht die Kaufentscheidung umso schwieriger. Ihr Augenmerk sollte daher auch auf den „ inneren Werten“ liegen. Denn nicht nur das Design entscheidet darüber, ob Sie mit Ihrem Sofa dauerhaft glücklich werden.

Solider Aufbau

Die Basis für ein Qualitätsmöbelstück bildet ein solider Grundrahmen aus Holz oder Metall, der die Grundfederung trägt. Der weitere Aufbau basiert meist auf einem Federkern oder einer Schaumstoffkombination. Bei einem Federkern werden die Federn mit Schaumstoff oder einem anderen Polstermaterial abgedeckt, damit man sie später beim Sitzen nicht spüren kann.

Eine Schaumstoffpolsterung besteht bei preiswerten Modellen meist nur aus einem Schaumstoffstück. Das hat den Nachteil, dass das Sofa nicht so bequem ist, relativ schnell die ursprüngliche Form verliert und dann zerknautscht aussieht. Bessere Lösung: der sogenannte Sandwich-Aufbau. Diese Polsterung besteht aus mehreren Schaumstoffschichten unterschiedlicher Härtegrade. In den Bereichen Sitz, Armteil und Rückenlehne finden sich zum Beispiel oft mehrschichtige Kaltschaumpolster. Das ist rückenfreundlicher, und das Sofa bleibt länger in Form. Die verwendeten Schaumstoffe sollten atmungsaktiv sein. Auch Latex, Polsterwatte oder Tierhaare kommen bei der Polsterung zum Einsatz.

Daunen und synthetische Flocken werden vor allem für Kissenfüllungen eingesetzt, also auch für die Sitzkissen, die häufig die weiche, kuschelige Oberfläche des Sofas bilden. Allergiker sollten sich vor allem über tierische Bestandteile in Polstermöbeln informieren. Meist gibt es eine qualitativ ebenso hochwertige, synthetische Alternative.

Die richtigen Werte

Wie lässt sich nun einschätzen, ob der Schaumstoff eines Sofas hochwertig ist? Es genügt ein Blick auf das sogenannte Raumgewicht, das meistens vom Hersteller mit angegeben wird. Die Faustregel lautet hier: Je schwerer der Schaum, desto dichter ist er. Für einen formstabilen Schaum der Sitzfläche empfehlen Experten einen Mindestwert von 35 kg pro Kubikmeter. Arm- und Rückenlehnen sind nicht so hohen Belastungen ausgesetzt, der Mindestwert fällt hier dementsprechend mit 28 kg pro Kubikmeter niedriger aus. An weiteren Details lässt sich abschätzen, wie stimmig eine Sofakonstruktion im Ganzen ist: Nähte und Absteckungen sollten einen haltbaren und sauber verarbeiteten Eindruck machen. Bei durchdachten Modellen wird die Polsterung noch von einer Feuchtigkeit absorbierenden Abdeckung, zum Beispiel aus Polyestervlies, geschützt.

Die Wahl des passenden Bezugs hängt vom persönlichen Geschmack und vom geplanten Einsatzzweck des Sofas ab. Ledersofas liegen als zuverlässige Allrounder nach wie vor im Trend. Sie sehen nicht nur gut aus, sondern sind auch leicht von Hausstaub zu reinigen, was besonders Allergiker zu schätzen wissen. Neben Leder sind auch Bezugsstoffe aus Naturfasern wie Baumwolle oder Leinen, Synthetikfasern oder Mischgeweben beliebt.

Um abschätzen zu können, wie lange man Freude an einem Bezug haben wird, lohnt sich wie schon bei der Polsterung ein Blick in die Papiere des Sofas. In „Scheuertouren“ wird dort die Haltbarkeit angegeben – das Ergebnis des sogenannten Martindale-Verfahrens, das die Strapazierfähigkeit eines Stoffes testet. Je höher die Anzahl der Scheuertouren, desto resistenter verhält sich der Stoff. Mindestens 10.000 Scheuertouren empfehlen Möbelexperten für den Wohnbereich.

Rahmenkonstruktion, Raumgewicht oder Scheuertouren – Fachbegriffe, die nach einer Wissenschaft für sich klingen. Ein Sofa ist eben nicht nur das, was es auf den ersten Blick zu sein scheint. Mit dem entsprechenden Hintergrundwissen können Sie jetzt die Qualitäten beurteilen, die sonst unter schicken Bezügen verborgen bleiben. Trotz aller Richt- und Prüfwerte bleibt es am Ende aber immer eine emotionale Entscheidung, welches Sofa zu Ihnen passt.