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Mischen Sie mit: der neue Freistil bei Polstern und Stühlen

Ein neuer Trend erobert die moderne, wohnliche und individuelle Einrichtung: Polstergarnituren und Esszimmerstühle müssen nicht mehr uniform daherkommen. Wer kreativ und offen ist, darf kräftig mitmischen.

Es ist seit Jahren kein Geheimnis mehr, dass Individualität bei der Einrichtung auf dem Vormarsch ist. Unumstößliche Gesetze gibt es kaum noch. Natürlich ist die Wohnlandschaft, bei der Sofa, Sessel und Hocker perfekt zusammenpassen, nicht ausgestorben. Doch wenn Sie etwas frischen Wind gebrauchen können, dürfen Sie unterschiedliche Elemente durchaus mischen.

trends Wenn Sie zum Beispiel an dem alten kleinen Ledersofa hängen, aber wirklich etwas Größeres für die gesamte Familie her muss, suchen Sie doch nach einem Sofa, dass sich gut mit Ihrem alten Lieblingsstück kombinieren lässt. Hier entscheiden in erster Linie der persönliche Geschmack und der Gesamteindruck. Feste Regeln gibt es nicht. Eines sollten Sie aber beherzigen: Wenn Sie um den Couchtisch ein orangefarbenes Vintagesofa mit einem weißen Ledersessel kombinieren, sollte das dritte Element im Bunde etwas zurückhaltender sein, beispielsweise in klaren Strukturen gehalten und mit grauem oder beigem Stoffbezug. Auch die übrige Einrichtung – hier besonders der Tisch in der Mitte – sollte dann etwas zurücktreten, denn die Sitzgruppe an sich ist schon ihr Blickfang. Wenn Sie dann noch einen goldenen, geschwungenen Tisch in die Mitte stellen, wirkt die ganze Kombination überladen und das Auge weiß nicht, wo es zuerst hinschauen soll.

Wer den Stilmix erst einmal ausprobieren möchte, kann gut einen individuellen Sessel zu einer sonst harmonischen Sitzgruppe stellen. Hier kann man in der Regel nichts falsch machen, solange sich die Farben nicht zu sehr beißen.

So gelingt der Stühlemix

trends Etwas komplizierter wird es bei der Kombination unterschiedlicher Stühle um den Esstisch, weil es hier mehr einzelne Elemente gibt. Damit der Mix funktioniert, wählt man am besten einen der folgenden Ansätze.

Eine Farbe oder eine Form: Die sichere Variante für einen gelungenen Mix rund um den Esstisch besteht darin, gleiche Stühle in unterschiedlichen Farben zu kombinieren. Das können zum Beispiel Kunststoffstühle sein, die in verschiedenen Farben erhältlich sind, oder Holzstühle, die Sie abschleifen und in unterschiedlichen Farben streichen. Wer keine Mühen scheut, kann bei alten Polsterstühlen unterschiedliche Muster aufziehen lassen. Einen ähnlichen Effekt erzielen Sie, wenn Sie verschiedene Stühle aus demselben Material zusammenstellen, also beispielsweise helle Holzstühle, die alle etwas unterschiedlich sind. Das Ganze funktioniert natürlich auch umgekehrt: Alles in Weiß, aber jeder anders. Ein weißer Stoffsessel, ein weißer Holzstuhl, daneben weißer Kunststoff oder weißes Korbgeflecht. Da darf dann auch ruhig mal ein Farbtupfer dazwischen stehen. Doch je auffälliger die Farben, desto weniger Töne sollten Sie kombinieren.

trends Partnerlook: Zwei unterschiedliche Stuhltypen werden in gleicher Anzahl kombiniert – hier dürfen sowohl Farbe als auch Material unterschiedlich sein. Der Trick: Platzieren Sie die Stühle abwechselnd und nicht in Grüppchen. Das schafft einen spannenden Kontrast und lässt trotzdem ein Muster erkennen.

Der Masterstuhl: Eine weitere Variante, zwei Stuhltypen miteinander zu kombinieren, liegt darin, ein schlichteres Modell für die Grundausstattung zu wählen und dann mit einem oder maximal zwei „Ausreißern“ Akzente zu setzen. Gerne werden beispielsweise zu modernen schlichten Stühlen an einem oder beiden Kopfenden verschnörkelte, ausladende Sessel platziert. Als Faustregel gilt, der schlichtere Stuhl muss in der deutlichen Überzahl sein.

trends Wer mutig ist und einen stilsicheren Blick hat, kann natürlich Stühle unterschiedlichen Alters und Stils und mit diversen Farben mischen, ohne diesen Gesetzen zu folgen. Dann gilt aber, was schon für den Couchtisch bei unterschiedlichen Polstermöbeln galt: Der Esstisch selbst – und auch die sonstige Einrichtung im direkten Blickfeld – sollten zurücktreten. Es eignet sich beispielsweise ein schnörkelloser Holztisch für solche Experimente. An dem darf durchaus auch jeder Stuhl seinen ganz eigenen Charakter mitbringen – sowie diejenigen, die auf ihnen Platz nehmen.