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Edle Blätter

"Furnier ist einzigartig. Denn wie beim Massivholz ist jede Oberfläche ein Unikat. Dazu punkten furnierte Möbel mit erschwinglichen Preisen und schonen die Umwelt."

Das Wichtigste vorweg: Furnier ist echtes Holz und damit absolut natürlich. Ob Eiche, Fichte, Kirschbaum oder Kastanie – Furnier wird aus hochwertigen Hölzern hergestellt, die dem Möbelstück jeweils ihren charakteristischen Stil verleihen. Häufig verwendete Holzarten aus heimischen Wäldern sind Ahorn, Buche, Eiche, Esche und Nussbaum.
Der wichtigste Unterschied zum Massivholz: Bei einem furnierten Möbelstück werden dünne Schichten aus durchgehendem Echtholz auf eine Platte aus einem leichteren Trägermaterial aufgeleimt (siehe Kasten auf Seite 10). Damit sind die guten Stücke natürlich deutlich leichter als ihre Verwandten aus Massivholz. Bei einer großen Schrankwand, einem langen Esstisch oder einem großen Bett hat das natürlich praktische Vorteile – ganz abgesehen davon, dass die furnierten Varianten den Geldbeutel schonen. Sie als minderwertig zu betrachten, wäre demnach also ein Fehler. Die Verarbeitung ist hochwertig, das Holz von guter Qualität, oft mit schönen Strukturen, und die Eigenschaften der Oberfläche entsprechen natürlich genau denen einer Massivholzoberfläche. Jedes Furnierblatt ist ein Unikat.

Rustikale Natürlichkeit

Großes Potential

Zur Furnierherstellung eignen sich Bäume mit charaktervoller Holzmaserung, interessanter Farbgebung und makelloser Struktur. Attraktive Ecken und Kanten gehören zu ihren Tugenden und machen furnierte Möbelstücke zu den Stars des modernen Einrichtungsstils, der auf Natürlichkeit und Individualität Wert legt.
„Rustikale Oberflächen – gerne mit dreidimensionaler Optik und Haptik – liegen genauso im Trend wie unbeschnitten gelegte Muster mit unregelmäßigen Fugen, Hirnholzfurniere, gefärbte Oberflächen oder mit Digitaldrucken versehene Furnierplatten. Dominierend ist dabei das Holz der guten alten Eiche, aber auch Furnier aus Altholz ist auf dem Vormarsch“, erläutert Dirk-Uwe Klaas, Geschäftsführer der Initiative Furnier + Natur. Die Initiative wurde 1996 von der deutschen Furnierwirtschaft und ihren Partnern gegründet, um über die hohe Wertigkeit von Furnier zu informieren, das Material eindeutig gegen Holznachbildungen abzugrenzen und so die Nachfrage nach diesem nachhaltigen Wertstoff zu steigern.

Technik mit Geschichte

Früher war die Herstellung von Furnier so arbeits- und zeitaufwendig, dass sich nur Könige, Adlige und reiche Bürger furnierte Möbel leisten konnten. Schon die alten Ägypter versahen ihre Möbel mit massiven Holzoberflächen – vor allem auch, weil Holz in Ägypten knapp war und sparsam eingesetzt werden musste. Anfang des 19. Jahrhunderts gelang es, die Arbeitsmethoden der Furnierherstellung zu mechanisieren. Mit dem zunehmenden Einsatz von Holzwerkstoffen, vor allem Spanplatten, in der Möbel-, Türen- und Paneelindustrie wurde Furnier im 20. Jahrhundert zum wichtigsten Oberflächenmaterial.
Doch auch wenn echtes Holz heutzutage für jeden erschwinglich ist: Die Umwelt zu schonen, ist in unserem Jahrhundert mehr Thema denn je, und dazu leistet Furnier einen immensen Beitrag. Das Holz eines einzigen Baumstamms kann für die Oberflächen von sieben kompletten Schlafzimmern ausreichen – vom Bett mit Beistelltischchen über den Kleiderschrank bis hin zu Kommode und den Regalbrettern an der Wand. Für die massive Variante ist mindestens ein Baum pro Schlafzimmer fällig. Damit tragen Möbel mit Furnier maßgeblich zur nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Wälder bei.

Pluspunkt Nachhaltigkeit

Was ist Furnier?

Bei Furnier handelt es sich um dünne Blätter aus Holz (0,3 bis 6 mm), die durch Sägen, Messerschnitt oder Schälen vom Stamm abgetrennt werden. Furnier"

Dafür werden extra Bäume mit interessanter Optik und Struktur ausgesucht. Die dünnen Holzblätter werden getrocknet, nach Qualität und Sorte gestapelt, auf die gewünschte Größe zugeschnitten und auf Trägermaterialien wie Spanplatten, MDF-Platten (mitteldichte Faserplatten), Multiplexplatten oder Sperrholz aufgeleimt. Anschließend werden mit dem Furnier die Oberflächen der unterschiedlichsten Produkte veredelt.

Mehr Informationen unter www.furnier.de Furniere sind dünne Holzblätter, die bei Bedarf auch koloriert werden können.

„Furnier passt hervorragend in unsere Zeit der Besinnung auf natürliche Werte, nachwachsende Rohstoffe und wohngesunde Materialien“, so Dirk-Uwe Klaas. „Nachhaltigkeit bedeutet, dass der natürliche Holzzuwachs größer sein muss als die Menge des geschlagenen Holzes. Der umweltfreundliche Umgang mit den vorhandenen Rohstoffen sollte heute eine Selbstverständlichkeit sein. Furnier ist dafür perfekt geeignet.“ Da die verwendeten Baumarten oft aus heimischen und europäischen Wäldern stammen, können auch die Transportwege kurz gehalten werden – ein Riesenplus für die Umwelt.
Architekten, Innenarchitekten und Designer schätzen Furnier daher als ein Stück gewachsener Natur für die Gestaltung ihrer Objekte. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Möbelstücke. Furnier ist flexibel einsetzbar und wird als universeller Werkstoff auch für Fußböden, Wandverkleidungen, edle Innenausstattung von Autos oder Schiffen und selbst bei Musikinstrumenten und Accessoires wie Brillen verwendet.