Mein Zuhause

Des Sofas Gastspiel

Unbequem, unhandlich, unzumutbar: Was lange Zeit über das Schlafsofa gedacht wurde, war nicht gerade schmeichelhaft und ist heutzutage schlichtweg ungerecht. Moderne Gästebetten bieten auch anspruchsvollem Besuch eine ruhige Nacht.

Ob der Besuch morgens unausgeschlafen und gerädert aufwacht oder fit wie ein Turnschuh aus den Federn springt, hängt in erster Linie von der Qualität des Schlafsofas ab. Damit einem tiefen und erholsamen Schlaf nichts im Wege steht, sollten Sie sich vor dem Kauf genau überlegen, was das Möbelstück eigentlich leisten soll.

Qualität und Preis der Gästeschlafstätte möchten Sie sicher auch davon abhängig machen, wie oft diese zum Einsatz kommt. Je nach Konstruktion ist ein Schlafsofa mit robusten Polsterelementen oder einem Lattenrost ausgestattet. Auch die Ausstattung der Matratzen im Schlafsofa reicht von Federkern über Latex bis hin zu Kaltschaumpolsterung. Sie können je nach Typ durch gängig oder aus mehreren Elementen zu einer Liegefläche zusammengesetzt sein. Bei häufigem Gebrauch empfiehlt es sich, den Verwandlungskünstler Schlafsofa vorwiegend als „Bett“ zu betrachten und auf einen guten Lattenrost, eine hochwertige Matratze und eine angenehme Liegehöhe zu achten. Ob zum Umklappen, Ausziehen oder Drehen – das Möbelstück sollte sich mit wenigen Handgriffen umbauen lassen, und zwar am besten von einer Person. Die Ausführungen sind vielfältig: Es gibt Schlafsofas, deren Rücken- oder Armlehnen sich umklappen lassen und so eine ebene Liegefläche ergeben. Daneben kann ein Schlafsofa auch wie eine Ziehharmonika auseinandergezogen werden, sodass sich die Liegefläche entfaltet. Bei anderen Modellen befindet sich die Matratze im Möbelkorpus und muss ausgeklappt oder herausgezogen werden. Nehmen Sie den Umbaumechanismus schon vor dem Kauf genauer unter die Lupe, und probieren Sie ihn selbst aus. Er sollte gängig und einfach zu bedienen sein. Außerdem können Sie dann im Möbelhaus nicht nur Probesitzen, sondern auch -liegen.

Welche Ausführung für Sie in Frage kommt, hängt natürlich von Ihrem persönlichen Geschmack, aber auch vom Platzangebot und davon ab, wie das Sofa gestellt wird. Steht es beispielsweise an der Wand, ist eine Klapplösung unpraktischer als ein Ausziehsofa, weil Sie das gute Stück jedes Mal von der Wand wegrücken müssen, um die Rückenlehne umzuklappen. Übrigens: Bei einem Schlafsofa entsprechen die Maße der Liegeflächen nicht unbedingt den gängigen Matratzengrößen. Messen Sie darum vor dem Kauf den Stellplatz genau aus. Steht nur wenig Platz zur Verfügung, bieten sich beispielsweise kleine Zweisitzer oder Hocker an. Zumindest für eine Person lässt sich so in der kleinsten Ecke eine Ruhestätte schaffen.

Gut aufgeteilt

Nicht jeder hat ein separates Gästezimmer zu bieten. Praktische und multifunktionale Lösungen sind daher gefragt. Oft ist die Kombination aus Gäste- und Arbeitszimmer ein guter Ansatz – solange die Aufteilung stimmt. Wenn Besuch kommt, sollte im Arbeitsbereich auf jeden Fall Ordnung herrschen, damit der Raum die nötige Ruhe ausstrahlt. Stauraum für die Arbeitsutensilien sind daher unerlässlich. Das müssen natürlich keine schlichten Büromöbel sein. Schöne Wohnregale, ein dekorativer Sekretär oder rustikale Körbe für Ablagen und Aktenorder erfüllen genauso ihren Zweck und sorgen dabei für eine gemütliche, wohnliche Atmosphäre. Wohnwände mit Schubladen und Türen können optisch für mehr Ruhe sorgen als ein offenes Regal.

Wer Schlaf- und Arbeitsbereich trennen möchte, hat mehrere Möglichkeiten. Vorhänge oder Rollos haben den Vorteil, dass sie flexibel nur dann zum Einsatz kommen können, wenn wirklich ein Gast das Zimmer bezieht und der Schreibtisch aus dem Sichtfeld verschwinden soll. Wird hingegen gearbeitet, kann der Sichtschutz zur Seite oder hochgezogen werden und ermöglicht so den Blick ins Zimmer. Eine feste Unterteilung schaffen Sie beispielsweise durch ein Regal. Offene Varianten ohne Rückwand wirken leichter, und wenn hier und da eine Vase oder ein Rahmen die geschlossene Bücher- oder Aktenfront durchbricht, wirken sie weniger wie ein Klotz mitten im Raum. Dennoch sollte ein fester Raumteiler nur zum Einsatz kommen, wenn das Zimmer insgesamt groß genug ist und man sich in keinem der beiden Bereiche eingeengt fühlt.